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Allrad - Lifestyle - Abenteur

NEWS DETAIL

30
Oct
2013


Mercedes-Benz G 350 CDI - G wie Gelände

Fahrberichte
Für immer jung wünscht sich auch die Automobilindustrie ihre Modelle. Der G ist eines, bei dem das auch zu gelingen scheint.

Quadratisch, praktisch, gut. Diesem Slogan wird auch die jüngste G-Generation gerecht. Die neue Front samt integrierter Tagfahrlicht-Leiste unterhalb der Scheinwerfer stört den klassischen Auftritt ebenso wenig wie die modifizierte Stoßstange, und auch bei den erstmals auf einen reduzierten Luftwiderstand getrimmten Rückspiegeln ist kein echter Stilbruch zu erkennen.

 

Ein wenig anders die Situation im Innenraum. Ein frei schwebender Monitor für optimales Navigieren, dazu eine neu gestaltete Mittelkonsole, und unten in der Mitte ein Wählhebelchen für das Automatikgetriebe. Ein neuer Armaturenträger und ein modisches Lenkrad, all das ist neu und erinnert ein wenig an die Geschwister ML und GLK. G-Neulinge werden den Schritt in diese Richtung auf Anhieb begrüßen, während die Traditionalisten ein paar Tage Zeit brauchen, um sich darauf einzustellen, was aber dann problemlos gelingt.

 

Am Raumangebot, an der militärisch korrekten Sitzposition und auch an den im Prinzip nicht vorhandenen Ablagen hat sich indes nichts geändert. Ein iPhone findet hochkant im Aschenbecher Platz, und wer unbedingt eine Getränkedose im Auto braucht, kann diese in einem Netz im Beifahrerfußraum transportieren. Geöffnet sollte die Dose dabei aber besser nicht sein, würde man doch sonst den luxuriösen Innenraum beim ersten Schlagloch nachhaltig entstellen.

 

Gereist wird im mit Extras um rund 30.000,- Euro aufgewerteten Einstiegsmodell auf Ledersitzen, die sich in mittels unzähliger Schalter genau den Konturen des Chauffeurs anpassen lassen. Im Gegensatz zu anderen Geländewagen war der G schon immer etwas für Menschen, die nicht nur viel Geld verdienen, sondern auch Jahr für Jahr sehr viele Kilometer fahren. Das erklärt die Ausstattung mit Abstands-Tempomat ebenso wie die Integration eines Toter-Winkel-Assistenten, die die Vollausstattung in Sachen aktiver und passiver Sicherheit positiv ergänzen.

 

Reisekomfort ist hier nicht nur für Einzelkämpfer, sondern für bis zu vier weitere Fahrgäste garantiert. Dazu passend verfügt der G über einen Kofferraum, der bedingt durch seine Höhe nicht einmal vor XXL-Koffern kapitulieren muss, und wenn das Platzangebot dennoch nicht reicht, schleppt der G auch bis zu 3,5 Tonnen schwere Anhänger so souverän durchs Land, dass man als Fahrer mitunter darauf vergisst, mit Anhänger unterwegs zu sein. Was wiederum sehr teuer werden kann...

 

Technisch liefert der aus ML, GLK und GL hinreichend bekannte 350 CDI Motor die Basis für das Einstiegsmodell. Im G leistet dieser Motor 211 PS, was in Anbetracht des Eigengewichts von mehr als 2,5 Tonnen fast zu wenig ist. Auch wenn sich die Siebengangautomatik redlich bemüht, die G-Klasse in Schwung zu halten, geht ihr ab Tempo 150 spürbar die Luft aus. Es stellt sich demnach die berechtigte Frage, warum hier nicht auch ein stärkerer Dieselmotor angeboten wird, zumal hier zum hohen Eigengewicht auch noch ein enormer Luftwiderstand dazu kommt.

 

Dabei geht es ausschließlich um die Souveränität am Berg und nicht um Höchstgeschwindigkeit, denn wer diese braucht, bekommt sie ohnedies in Form der AMG-Modelle angeboten. Abstriche heißt es auch beim Lärmpegel im Innenraum zu machen. Vor 34 Jahren war das kein Thema, und genau so alt ist die Form der Karosserie, die sich mit all ihren wunderbaren Kanten auch heute noch gegen den Wind stemmt. Eine Antwort auf die Frage, warum man mindestens 110.000,- Euro für ein Einstiegsmodell ausgeben soll, bekommt man beim G entweder auf den ersten Blick oder nach zwanzig Jahren, weil er dann immer noch so viel Fahrspaß bietet wie am ersten Tag.

 

Die kantige Karosserie macht es möglich, dass der G viel größer aussieht als er wirklich ist. Neben einem GL geparkt, wirkt er von der Höhe abgesehen fast wie zu heiß gewaschen. Nur 4,66 Meter lang und knapp 1,8 Meter breit macht der G die Parkplatzsuche im städtischen Bereich zu einer verhältnismäßig einfachen Übung, die durch eine perfekte Übersicht nochmals erleichtert wird. Nach vorne sind zudem die Blinker an den Karosserieecken eine Hilfe, wenn es darum geht, den Abstand zu einer Ecke richtig einzuschätzen. Auch ein ungeübter Soldat musste 1979 mit dem G auf Anhieb umgehen können, und das gelingt bis heute.

 

Außerhalb der Stadt gilt es, sich mit Starrachsen wie sie heute nur noch der Land Rover Defender oder der Suzuki Jimny bietet, auszukommen. Mit letzterem teilt sich der G auch die Konstruktion der Lenkung. Da kommt es fast einem Wunder gleich, dass sich hier Überland und auch auf der Autobahn trotzdem ein komfortables Fahrgefühl einstellt, auch wenn die Exaktheit nicht annähernd das Niveau modernern Offroader erreicht. Sportlichkeit ist hier ohnedies kein Thema, und wer sich dieses Auto leisten kann, hat es ohnedies nicht notwendig, sich hetzen zu lassen.

 

Reisetempo 130 ist für den G perfekt. In diesem Bereich bleibt auch der Verbrauch auf einem vernünftigen Level und damit unter 15 Liter Diesel. Auch wenn der G auf Asphalt eine gute Figur macht, ist es auch beim jüngsten Modell so, dass das Auto schwierigste Bedingungen braucht, um sich von all seinen Mitbewerbern abheben zu können. Schneewechten auf Motorhaubenhöhe verlieren an Bord des G ebenso ihren Schrecken wie überschwemmte Straßenstücke. Je härter desto besser. Während andere Hersteller darum betteln, im Gelände möglichst langsam zu fahren, kann man dem G ungeachtet seiner noblen Ausstattung hier weit mehr abverlangen als man dies für möglich halten würde.

 

Mit Tempo 50 über Felsstufen zu springen ist genauso langfristig erlebbar wie Tempo 100 auf extrem schlammigen Feldwegen. Wenn es ans echte Klettern geht, macht der G seinem Ruf als bester Geländewagen alle Ehre. Ausgestattet mit drei Differentialsperren ist der Vortrieb immer dann gesichert, wenn zumindest ein Rad griffigen Bodenkontakt hat. Unterstützt wird der G bei seinen Kletterübungen durch ein Untersetzungsgetriebe.

 

Warum allerdings erstmals in der G-Geschichte die Nutzung der Sperren an die Aktivierung der Untersetzung gekoppelt ist, wissen vermutlich nur ein paar Sicherheitsfanatiker aus der Entwicklungsabteilung, zumal auf diesen Umstand sogar mit einem eigenen Aufkleber hingewiesen wird. G Fahrer nutzen ihre technischen Vorteile offensichtlich gerne aus. Genau das wird beim neuen Modell unpraktischer gemacht als es bei vernünftiger Betrachtung notwendig erscheint. Hinzu kommt, dass speziell auf schnellen Schlammpassagen die Untersetzung hinderlich ist, während man die Sperren hier gerne nutzt.

 

Schlussendlich reduziert sich durch diese unnötige Sicherheitsmaßnahme die Geländetauglichkeit, wenngleich das nur für einen sehr kleinen Anwendungsbereich gilt. Natürlich ist auch der jüngste G der beste G, den Mercedes-Benz jemals bei Magna in Graz gebaut hat. Eigenheiten wie eine Rückfahrkamera, die ausschließlich das Reserverad zeigt, nimmt man auch beim jüngsten Modell gelassen hin, während man sich am Klaaaaack der Türverriegelung weiterhin unheimlich erfreuen kann. Das Apple-Design im Innenraum mag man oder man mag es eben nicht, aber auch in der G-Vergangenheit gab es Modellgenerationen, die speziell in der Armaturengestaltung sehr eigene Wege gegangen sind und doch begeistert gekauft wurden.


www.mercedes.at






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