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16
Oct
2017


Audi RS6: Des Wahnsinns knusprige Beute

Fahrberichte
Endlich! Nun gibt es die heiß ersehnte Leistungsspritze für den Audi RS6, das Performance-Modell bringt es auf 605 PS und beschleunigt in 3,7 Sekunden auf 100 km/h! Sinnvoll? Nein, dafür aber umso begehrenswerter!

Es gibt Autos, auf die freuen sich selbst die abgebrühten Kollegen. Die schon alles gesehen und erst recht alles gefahren sind, was die Automobilindustrie in den letzten Jahren und Jahrzehnten so auf die Räder gestellt hat. Der Audi RS6 ist ein solches Auto. Wobei Auto wohl die Untertreibung des Jahres wäre. Das ist kein Auto, das ist eine Fahrmaschine, ein brutaler Dampf­hammer! Und nachdem 560 PS ja gar nicht so viel sind, hat Audi ein Performance-Modell nachgereicht, das mit 605 PS nun auch die 600er-Schallmauer knackt. Na bitte, geht doch. Doch der Reihe nach, nehmen wir den Überdrüber-Kombi – pardon, Avant – doch zuerst einmal näher unter die Lupe. Dass das nicht ein x-beliebiger A6 ist, sieht auch jemand, der sich nicht allzuviel dem Thema Auto widmet.

 

Teure Rauchzeichen

Die wuchtigen winterbereiften 21-Zöller sind nicht nur eine Augenweide, sondern Garant dafür, dass die Kraft auch auf die Straße gebracht werden kann. Man sollte die Gummis besser nicht allzu oft in Rauch aufgehen lassen – was sich grundsätzlich zudem nur auf einer abgesperrten Strecke mit einem erfahrenen Piloten empfiehlt – denn je nach Fabrikat kostet so ein Winterpneu in 285/30 R21 zwischen 600 und 1.000 Euro. Ohne Felge pro Stück, wohlgemerkt. Die Lufteinlässe an der Frontschürze verraten, dass sowohl der Achtzylinder als auch die Bremsanlage gern tief durchatmen, im Heckbereich dominiert die Schürze mit den zwei wuchtigen Endrohren. Bei näherer Betrachtung fällt dann auf, dass sich darunter je zwei Doppelendrohre verstecken, die Show geht hier ganz klar über die Funktion. Den RS6 als Poser abzutun, wäre freilich absurd, das trifft eher auf den kleinen Diesel mit S-Line-Sportpaket zu.

Im Innenraum zieht einen die hellgraue Lederpolsterung in ihren Bann, die im Wabenmuster abgesteppten Sitze mit dem RS6-Logo sehen nicht nur verdammt gut aus, sondern bieten auch jene Qualitäten, die von so einem Gerät erwartet werden.

 

Vorsicht, bissig!

Etwas überraschend dann die Tatsache, dass in diesem großen Kombi lediglich Platz für vier Personen ist. Glücklicherweise überlässt Audi diese Entscheidung dem Kunden und der kann dann zwischen der klassischen fünfsitzigen Bestuhlung oder einer zweisitzigen Sportsitz­anlage im Fond wählen, wie bei unserem Testauto geschehen. Das Cockpit unterscheidet sich nicht großartig von den zivileren Brüdern, spätestens an den analogen Armaturen merkt man, dass die Baureihe bereits seit 2011 auf dem Markt ist. Wobei der RS6 genügend andere Argumente in petto hat und man sich mit diesen Details nicht weiter aufhalten muss. Es wird Zeit, den Startknopf zu drücken und den Vierliter-Achtzylinder zum Leben zu erwecken. Das Brabbeln und Röcheln macht schnell klar, der will nicht nur spielen, der beißt auch, wenn es sein muss! Zum Gewöhnen ans Gerät reicht es völlig aus, das Fahrdynamikprogramm im Auto-Modus zu belassen, man muss das Gaspedal nur streicheln, damit der RS6 wie von der Tarantel gestochen loslegt. Wer seinen Gasfuß im Zaum hält, kann aber mit dem Brutalo-Kombi auch lammfromm sonntags zum Gottes­dienst rollen, ohne den Zorn der Kirchgänger auf sich zu lenken. Damit hat vor allem der Klappen-Auspuff zu tun, der erst dann richtig laut und böse wird, wenn der Fahrer das auch möchte. Wobei der das zugegeben sehr oft möchte und sich jedes Mal freut wie ein Schneekönig ...

 

Je nach Budget 250, 280 oder 305 km/h schnell

Den Eco-Modus kann man getrost auslassen, dies wäre eine Themaverfehlung. Interessant dafür ist die Individual-Einstellung, mit der sich jeder sein persönliches Menü zusammenstellen kann. Wie wär’s mit einer komfortablen Dämpfung, einem flott reagierenden adaptiven Tempomat und dem Donnergrollen aus dem Auspuff? Kommt sofort! Schließlich möchte man ja nicht permanent alle Parameter in Alarmstellung haben, manchmal rollt man auch in einem RS6 mit 130 km/h auf der Autobahn dahin. Dabei ist es aber nicht immer leicht, sich zu beherrschen, schließlich weiß man, was der Audi könnte, wenn man denn dürfte. In für diese Fahrzeugkategorie geradezu wahnwitzigen 3,7 Sekunden geht’s von 0 auf 100 km/h, das Ende der Fahnenstange ist erst bei 250 km/h erreicht.

Oder bei 280, wenn man das 6.700 Euro teure Dynamikpaket ordert, das darüber hinaus noch eine Dynamik­lenkung, ein Sportdifferenzial für den quattro-Antrieb, ein Sportfahrwerk mit Dynamic Ride Control, Matrix-LED-Scheinwerfer und so etwas Banales wie einen automatisch abblendenden Innenspiegel mitbringt.

Oder bei 305 km/h, wenn man keine allzu große Bindung zu Geld hat oder einfach genügend davon unterm Kopfpolster. Für 18.630 Euro bekommt man das Dynamikpaket plus, das zusätzlich zu den erwähnten Ingredienzen nicht nur mehr Highspeed mitbringt, sondern zugleich auch das Gegengift, eine noch brutaler zupackende Bremse. Die ist dann aus Keramik und sorgt dafür, dass der RS6 auch nach mehreren Vollbremsungen auf der Rennstrecke noch kraftvoll zubeißen kann.

 

Der Kampf gegen die Grenzen der Physik

Dort beißt sich der RS6 dann zwar nicht auf der Geraden, dafür aber in den Kurven die Zähne an den Supersport­wägen dieser Welt aus. Nicht falsch verstehen, der Avant gehört zu den sportlichsten Fahrzeugen, die man in dieser Klasse für Geld kaufen kann, dennoch lässt sich auch damit die Physik nicht ausschalten. Und wenn 2.025 Kilogramm Leergewicht (2.580 kg höchst zulässiges Gesamtgewicht) in der Kurve nach außen drängen, spürt man das eben. Wobei der quattro-Antrieb, die wuchtigen Reifen und das Sportdifferenzial alles daran setzen, das Kurventempo auf sehr hohem Niveau zu halten.

Im Alltag fällt das freilich nicht so sehr ins sprichwörtliche Gewicht, zumindest ist man gut beraten, nicht mit 105 Prozent über die Landstraßen zu brettern. Spannender als das reine Tempo ist ohnedies die Spurtstärke des Audi RS6 Avant performance. Der Überholweg ist extrem kurz und somit sogar ein Sicherheitsplus, wenngleich das Argument bei der Diskussion im Familienrat vermutlich genausoviel zählt wie die Tatsache, dass der Kofferraum 565 Liter hat und somit neben dem Kinder­wagen auch noch die Windeln locker reinpassen. Und Windeln schaden nicht, bei dem hellen Leder ... Futter für die Pferde Ja, die 605 Pferde wollen auch gefüttert werden, für die volle Leistungsent­faltung empfiehlt sich Super plus. Wie viel die Gäule benötigen, hängt wenig überraschend vom Fahrstil des Kutschers ab. Im Schnitt kamen wir auf 13,5 Liter, was in Anbetracht der unfassbaren Power ein guter Deal scheint. Wer im Minimum 155.390 Euro für den RS6 ausgibt – inklusive aller Extras kam das Testauto auf 178.038 Euro und fünf Cent – wird vermutlich aber ohnedies nicht jammern, dass der Sprit so teuer ist ... 

 

(Text: Stefan Schmudermaier, Fotos: Maximilian Lottmann)








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