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Allrad - Lifestyle - Abenteur

NEWS DETAIL

11
Nov
2013


Jeep Wrangler - Traditionalist mit modernen Zügen

Fahrberichte
Der Ur-Jeep steckt bis heute in jedem Wrangler. Schön, dass das auch noch zu sehen ist.

Mehr als 70 Jahre nach dem ersten Willys Jeep hat der Wrangler innerhalb der Jeep-Palette die ehrenvolle Aufgabe, die glorreiche Vergangenheit am Leben zu erhalten. Heute steht Jeep für Offroad-Kompetenz innerhalb des breit aufgestellten Produktportfolios der Fiat Gruppe. Italienische Vorgaben treffen auf amerikanischen Lebensstil, und auch wenn die Zusammenführung viele Probleme hervorgerufen hat, sieht es für Jeep zur Zeit gar nicht schlecht aus.

 

Mit dem Compass werden junge Neueinsteiger abgeholt, mit dem für das Frühjahr 2014 angekündigten neuen Cherokee wird die Mittelklasse abgedeckt und am oberen Ende der Preisliste fängt der beste Grand Cherokee aller Zeiten jene Kunden ab, die eine Alternative zum deutschen SUV-Allerlei suchen. Dazwischen bleibt immer noch genug Platz für den Wrangler, der als kompakter Zweitürer und als familientauglicher Viertürer mit langem Radstand in unterschiedlichsten Ausstattungsversionen angeboten wird.

 

Beide Modellvarianten halten dabei am vollständig entfernbaren Dach und all den damit einhergehenden Vor- und Nachteilen fest. Zu groß wäre die Aufregung der Fangemeinde, wenn der Wrangler plötzlich mit Metalldach angeboten werden würde, auch wenn das ganz nüchtern betrachtet vielleicht sogar eine ganz gute Idee wäre. Längst vergessen haben die Wrangler-Fans bereits das speziell im Innenraum schauderhafte TJ Modell, das uns Jeep seinerzeit als tollen Nachfolger des YJ Wranglers (der abgesehen von den eckigen Scheinwerfer eigentlich ein tolles Auto war) präsentiert hat.

 

Der aktuelle JK Wrangler ist vielleicht außen etwas dick geraten, was in erster Linie an der übermächtigen Frontstoßstange und an den Kunststoffschwellern liegt, im schön gemachten Inneren hat er seine Schlankheit dafür halten können. Sportlich geformte Sitze, eine steil stehende Frontscheibe für einen guten Blick nach vorne, übersichtliche Armaturen und ein weit aufragender Schalthebel. Dazwischen bleibt noch Platz für praktische Ablagen. Zwei Personen sind in der ersten Reihe gut aufgehoben, dahinter haben bestenfalls noch zwei Kinder oder zwei Reisekoffer und die Campingausstattung bequem Platz.

 

Skier werden im Fall der Fälle an das weiterhin außen liegende Reserverad geschnallt und als voluminöse Alternative zum kurzen Wrangler gibt es ja ohnedies den bereits erwähnten Viertürer samt brauchbarem Kofferraum. Vorne Rundscheinwerfer, dazwischen den markanten Kühlergrill und außen liegende Schnellverschlüsse für die Fixierung der Motorhaube - das hat nur der Wrangler. Zu den optischen Jeep-Indizien zählen aber natürlich auch außen liegende Türscharniere und die Dachkonstruktion, die im Fall des Testwagens von einem Hardtop anstelle eines ebenfalls lieferbaren Softtops geprägt wird.

 

Wer ans Steuer darf, stellt sogleich fest, dass einerseits die Einstiegshöhe auch beim Serienmodell recht hoch ausfällt und andererseits die Türen für ein Auto dieser Größe recht schmal sind. Erst einmal hinter der langen Motorhaube Platz genommen, stellt sich augenblicklich typisches Jeep-Feeling ein. Man will sofort das Dach runterreißen, die Musik laut aufdrehen und ins Gelände fahren. Anstatt das Dach mit unzähligen Schrauben und Dichtbändern zu entfernen, nimmt man in der Praxis bestenfalls das Dach über der ersten Sitzreihe raus, was im Normalfall in drei Minuten klappen sollte. Dank zweigeteilter Konstruktion verschwinden die Abdeckungen einfach im Kofferraum und der Dachabbau wird auf den nächsten Sommer verschoben.

 

Laute Musik gibt es hingegen serienmäßig und der Weg ins Gelände führt wie fast immer erst durch die Stadt, dann über die Autobahn, und wenn man wen kennt, der wen kennt, dann vielleicht sogar ins Gelände. Zeit, das Triebwerk der Wrangler anzuwerfen und sich dem motorischen Klanggenuss hinzugeben. Das ist aber nur dann möglich, wenn man zu jener Handvoll Kunden zählt, die unverändert nach dem 284 PS starken Benziner amerikanischer Prägung verlangen. Der Testwagen richtet sich hier nach der großen Masse der Interessenten und hat einen 200 PS Diesel unter der Motorhaube versteckt.

 

Im Kopf ist das deutlich schwerer zu verkraften als im Alltag. Der Klang ist auch hier einigermaßen gut, der Schub aus dem Drehzahlkeller fein und der Verbrauch für einen Jeep Wrangler geradezu sensationell gering, was nur zu einem geringen Teil an der serienmäßigen Start / Stopp-Automatik liegen dürfte. Am Testende sollten wir auf einen Durchschnittsverbrauch von knapp mehr als 10 Liter gekommen sein. Mitverantwortlich dafür ist das manuelle Schaltgetriebe, dessen sechster Gang extrem lange übersetzt ist. Natürlich gibt es auch für diesen Jeep ein Automatikgetriebe, das in diesem speziellen Fall dem Motor jedoch viel Kraft raubt und gleichzeitig die Treibstoffrechnung in die Höhe schraubt.

 

In der Stadt wechselt man die Gänge demnach gerne manuell und jenseits der Ortsgebiete sind ohnedies nur noch die zwei höchsten Fahrstufen relevant. So zeigt sich der Jeep als lässiger Gleiter, der bei Bedarf bis zu abgeregelten 187 km/h schnell ist. Geht es dann, wie in unserem Fall nach dem Fotoshooting rund um das zwischenzeitig völlig verfallene Semmering Schutzhaus – wo bitte bleibt hier das Denkmalamt? – rein in die steirischen Berge, freut man sich über das serienmäßige Untersetzungsgetriebe und den gut geschützten Unterboden. Letzterer hat bedingt durch die nicht gerade berauschende Bodenfreiheit schon an leichten Kuppen Bodenkontakt, was aber ohne Folgen für die Technik bleibt.

 

Unterstützt werden die guten Fahreigenschaften auf und abseits der Straße zudem durch die montierten Goodyear Wrangler Allterrain Reifen, die bestenfalls bei Nässe leichte Schwächen zeigen. Ähnlich wie Land Rover beim Defender liefert auch Jeep beim Wrangler im Prinzip nur eine Basis, die in weiterer Folge maximale Individualität hinsichtlich der persönlichen Adaptionen zulässt. Speziell für echte Geländefreaks sollte dann aber das Topmodell Rubicon die beste Basis darstellen.


www.jeep.at






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